11. September 2011

Berliner Zeitung: "Ja, ich weiss" - Zwei Geschichten über die Suche nach dem einzig wahren Brautkleid.

Zwei Redakteurinnen der "Berliner Zeitung" berichten im Artikel dieses  Blattes vom 27.08.2011 mit dem Titel: "Ja, ich  weiß" über Freud und Leid  beim Brautkleidkauf in Berlin.
"Zuletzt ist aller Widerstand zwecklos: Zwei Geschichten über die Suche nach dem einzig wahren Brautkleid.
Beide entschieden sich für ein Felicita- Brautkleid."

Barbara W., Braut, Käuferin eines Felicita- Kleides und Mitarbeiterin der Berliner Zeitung
Zitat:
"...13 Uhr. Laden Nummer drei. Nach zehn Minuten weiß ich: Hier kaufe ich mein Kleid. Und: Es wird weiß sein. Die Verkäuferin ist die Designerin und Inhaberin in einer Person und so zauberhaft, dass sie mir auch ein Dirndl andienen könnte. Neun Kleider probiere ich an, und eines ist schöner als das andere. Wir dürfen, nein, sollen fotografieren, denn: "Heute kaufst du kein Kleid. So etwas braucht Zeit. In drei Tagen wirst du wach und weißt, welches. Dann rufst du an." Am liebsten würde ich sie zur Hochzeit einladen. Zwei Kleider stehen zur Wahl. Eines von der Sorte "Vom Winde verweht" und ein schlanker Traum in Champagner. Bei dem Riesenrock kommen meiner Freundin, sonst der Rührseligkeit unverdächtig, die Tränen. Ich tendiere zu dem anderen.
Abends. Weiß. Weiß wie Zucker. Wie Schneewittchen. Weiß wie Kate. Mit den Fotos kommen die Fragen zurück: Mädchen oder Dame? Kann man überhaupt gehen in so einem Kleid? Und werden die Gäste sich trauen, mich zu umarmen?
22. Mai, beim Erwachen. Das Elegante! Freundinnentränen hin oder her. Endspurt.
27. Juni. Maßnehmen. Die Sache macht jetzt Spaß, wie immer, wenn eine Entscheidung gefallen ist. "Nächstes Mal nur noch der Saum. Bring die Schuhe mit." Schuhe! Himmel!
22. Juli. Das Kleid ist fertig.
27. August. Heute werde ich heiraten. In einem weißen Kleid. Einen langen Tag werde ich es tragen. Und dann? Was passiert dann mit dem Kleid? Das hat Zeit. Den Rest des Lebens."
Ende des Zitats

Nancy K. Braut, heiratete in einem Felicita- Kleid und ist Mitarbeiterin der Berliner Zeitung
Zitat
"...Ich wollte nie eine weiße Braut sein. Wirklich nicht. Während meine Freundinnen von Sahnetortenkleidern mit weißem Tüll und üppigen Reifröcken träumten, träumte ich von einer ausgedehnten Hochzeitsreise. Ich wollte auf ein Standesamt gehen, eine Urkunde unterschreiben und in die Flitterwochen starten...
18. Juni.
"Ein paar Minuten später. Auf der anderen Straßenseite entdecken wir ein weiteres, viel kleineres Brautgeschäft. Die Kleider im Schaufenster wirken vielversprechend. Keines davon hat Strasssteine. Wir haben keinen Termin, werden aber freundlich empfangen. Die Verkäuferin hat gerade eine Kundin, gibt uns einen Katalog und schickt uns ins Café nebenan. Eine Stunde später stehe ich wieder in einer riesigen Umkleidekabine. Diesmal muss ich keine Baumwollhandschuhe tragen, auch einen Kissenbezug gibt es hier nicht. Ich probiere fünf verschiedene Kleider an. Eigentlich gefallen mir alle fünf. Meine Trauzeugin ist verzückt.
Als ich gerade denke, dass ich mich sicher nur schwer entscheiden kann, kommt Kleid Nummer sechs. Dieses Kleid ist der Joker meiner Trauzeugin. Ich hätte es wahrscheinlich nicht einmal anprobiert. Es war mir nicht schlicht genug. "Sie werden überrascht sein", sagt die Verkäuferin. Ich frage mich, wie sie das meinen könnte. Und dann sehe ich mich. Es ist kaum zu glauben: Das Kleid sitzt wie angegossen. Es ist komplett aus Tüll. Oben ist es ganz schmal, unten wird es ganz weit. Es ist bodenlang, hat eine Schleppe, und sogar eine Schleife gibt es. Es ist alles andere als schlicht, aber ich liebe es. "Das ist mein Kleid", sage ich strahlend und fühle mich zum ersten Mal wie eine Braut.
27. August. Heute werde ich heiraten. In einem weißen Kleid. In einer katholischen Kirche. Anschließend machen wir eine Hochzeitsreise. Für drei Tage. An die Ostsee." Ende des Zitats aus der Berliner Zeitung vom 27.08.2011 . Weieter lesen: 

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